Im Scherenschnitt treffen Schwarz und Weiß unvermittelt
aufeinander. Jede Farbe behauptet ihre Fläche ohne Übergänge
Die Formen lassen sich so schmal schneiden, dass sie den
Charakter von schwarzen und weißen Linien annehmen und
das Repertoire der Gestaltungselemente erweitern.
Schwarze Formen stehen vor weißem Grund oder
weiße Figuren vor schwarzer Umgebung. Bisweilen kippen
diese Beziehungen, ähnlich den aus der
Wahrnehmungspsychologie bekannten Kippfiguren.
Besonders fasziniert mich die Illusion von Raum und
Körperlichkeit, die trotz der Flächigkeit des Ausgangsmaterials
entsteht. Durch Überschneidungen und Größenunterschiede
wird ein „Vorn“ und „Hinten“ suggeriert. Schräge,
geschwungene Linien und harte Kontraste verleihen den
Kompositionen Dynamik. Ähnlich wie in der Fotografie macht
das einheitliche Format die Ausschnitthaftigkeit des Bildes
sichtbar und nutzt sie als wesentliches Spannungselement.














